Ein großer Teil des Berliner Wohnungsbestands stammt aus der Zeit vor 1949. Das ist der Grund, warum viele Bäder in dieser Stadt hohe Decken, schmale Grundrisse und eine Installation haben, die schon mehrere Modernisierungen hinter sich hat – oft übereinander statt nacheinander. Wer ein Altbaubad saniert, saniert deshalb selten nur die Oberfläche.
Die folgenden Punkte entscheiden im Bestand am häufigsten darüber, ob eine Sanierung glatt läuft oder unterwegs teurer wird.
Die Leitungen sind älter, als sie aussehen
Wasserleitungen aus verzinktem Stahl waren jahrzehntelang Standard. Sie funktionieren oft noch, aber sie verengen sich von innen durch Korrosion – der Druck lässt nach, das Wasser wird bräunlich, wenn die Wohnung ein paar Tage leer stand. Bleileitungen sind in Berlin seltener geworden, aber nicht verschwunden.
Wenn die Wand ohnehin offen ist, ist der Zeitpunkt zum Erneuern gekommen. Alles andere heißt, in fünf Jahren dieselbe Wand noch einmal aufzumachen. Dasselbe gilt für die Abwasserleitung: Gussrohre halten lange, aber ihre Muffen nicht ewig, und ein undichter Anschluss hinter frischen Fliesen ist der teuerste Fehler dieser Baustelle.
Der Bodenaufbau entscheidet mehr, als man denkt
Viele Berliner Altbauten haben Holzbalkendecken. Darauf liegt oft eine Schüttung, dann ein Estrich, dann die Fliese. Das hat zwei Folgen.
Erstens ist der Boden selten wirklich eben. Abweichungen von ein bis zwei Zentimetern über wenige Meter sind normal und müssen ausgeglichen werden, bevor großformatige Fliesen verlegt werden können – sonst stehen die Kanten gegeneinander.
Zweitens ist die verfügbare Aufbauhöhe begrenzt. Das ist genau der Punkt, an dem eine bodengleiche Dusche im Altbau anspruchsvoll wird: Sie braucht Platz für Gefälle, Ablauf und Abdichtung, und den gibt der Bestand nicht immer her. Machbar ist es meistens trotzdem – aber es gehört vor das Angebot geprüft, nicht danach.
Die Elektrik stammt oft aus einer anderen Zeit
In unsanierten Altbaubädern fehlt häufig ein FI-Schutzschalter. Steckdosen sitzen an Stellen, die heute nicht mehr zulässig wären, und die Absicherung ist auf eine Wohnung ausgelegt, in der es weder Waschmaschine noch Handtuchheizkörper gab.
Bei einer Komplettsanierung wird die Elektrik im Bad ohnehin neu gezogen. Wichtig ist, dass die Anschlussleistung zur geplanten Ausstattung passt – das ist eine Frage, die beim Aufmaß geklärt gehört und nicht auf der Baustelle.
Schallschutz und Nachbarn
Altbaudecken sind hellhörig. Das betrifft die Bauzeit – Stemmarbeiten hört das ganze Haus – aber auch das Ergebnis: Eine neu montierte Vorwandinstallation kann Geräusche übertragen, wenn sie starr mit der Wand verbunden ist. Entkoppelte Befestigung und schalldämmende Matten unter der Wanne kosten wenig und werden trotzdem oft weggelassen.
Für die Bauzeit gilt: In den meisten Berliner Hausordnungen sind laute Arbeiten zeitlich begrenzt. Informieren Sie Ihre Nachbarn vorab, und lassen Sie sich vom Betrieb sagen, an welchen Tagen es laut wird.
Was das für Ihre Planung bedeutet
Im Bestand lässt sich nicht alles vorher sehen. Genau deshalb ist entscheidend, wie ein Betrieb mit dem umgeht, was sich erst nach dem Öffnen der Wand zeigt.
Fragen Sie vor der Beauftragung: Wird beim Aufmaß der bestehende Leitungsverlauf geprüft? Was passiert, wenn dabei etwas Unerwartetes auftaucht – bekommen Sie einen Anruf, oder eine höhere Schlussrechnung? Ein Betrieb, der darauf eine klare Antwort hat, ist auch später klar.
Wir sanieren Bäder in Berliner Altbauwohnungen mit einem festen Team und einem Ansprechpartner. Wenn Sie wissen möchten, was in Ihrer Wohnung möglich ist, sehen wir uns das kostenlos an.

