Die bodengleiche Dusche ist der häufigste Wunsch bei einer Badsanierung – sie sieht ruhiger aus, lässt kleine Bäder größer wirken und ist die Grundlage für ein Bad, das auch in zwanzig Jahren noch funktioniert.

Im Neubau ist sie Standard. Im Altbau ist sie eine Frage der Zentimeter.

Was eine bodengleiche Dusche braucht

Damit Wasser abläuft und nicht in der Wohnung steht, braucht der Duschbereich drei Dinge: ein Gefälle zum Ablauf, den Ablauf selbst mit seinem Siphon, und eine Abdichtung darunter. Alles davon liegt unter der Fliese und braucht Aufbauhöhe.

Ein klassischer Bodenablauf mit Punktentwässerung braucht am meisten Platz – Siphon und Anschlussrohr müssen unter dem Estrich verschwinden. Eine Duschrinne kommt mit weniger aus. Ein Wandablauf verlagert die Technik in die Vorwand und braucht im Boden am wenigsten.

Warum das im Altbau ein Thema ist

In vielen Berliner Altbauten liegt über der Holzbalkendecke eine Schüttung und darauf ein vergleichsweise dünner Estrich. Was nach viel Aufbau klingt, ist es nicht: Die Schüttung ist nicht tragfähig genug, um darin ein Abflussrohr zu verlegen, und tiefer als bis zur Balkenoberkante darf ohnehin niemand.

Dazu kommt, dass Holzbalkendecken arbeiten. Sie bewegen sich mit Temperatur und Feuchtigkeit, und eine starre Abdichtung, die diese Bewegung nicht mitmacht, reißt irgendwann. Deshalb ist im Altbau nicht nur die Höhe entscheidend, sondern auch, wie entkoppelt aufgebaut wird.

Was möglich ist, wenn der Platz knapp ist

Es gibt mehrere Wege, und welcher passt, zeigt sich erst nach dem Aufmaß:

  • Wandablauf statt Bodenablauf. Die Entwässerung wandert in die Vorwandinstallation. Braucht im Boden nur wenige Zentimeter.
  • Extraflache Duschrinne. Es gibt Systeme, die auf sehr geringe Aufbauhöhen ausgelegt sind.
  • Verlegung des Duschbereichs. Manchmal ist an einer anderen Stelle im Raum mehr Aufbauhöhe verfügbar oder der Anschluss näher.
  • Aufbau des gesamten Bodens. Wenn die Türhöhe es erlaubt, lässt sich der ganze Raum anheben – dann liegt die Dusche wieder eben, nur der Übergang zum Flur bekommt eine kleine Stufe.
  • Barrierearm statt barrierefrei. Eine Duschtasse mit sehr flachem Einstieg von zwei bis drei Zentimetern ist nicht dasselbe wie bodengleich, aber deutlich besser als eine Wanne mit hohem Rand – und dort möglich, wo bodengleich es nicht ist.

Der letzte Punkt ist kein Rückzug. Für viele Situationen ist eine barrierearme Lösung das, was den Alltag tatsächlich verändert.

Wie Sie herausfinden, was bei Ihnen geht

Nicht am Telefon und nicht nach Fotos. Es braucht einen Blick vor Ort: Wie hoch ist der bestehende Aufbau, wo liegen die Balken, wo verläuft die Abwasserleitung, wie viel Höhe steht zwischen Oberkante Fliese und Türblatt zur Verfügung.

Das dauert eine halbe Stunde und ist die Voraussetzung für jedes belastbare Angebot. Wer Ihnen eine bodengleiche Dusche im Altbau zusagt, ohne sich den Boden angesehen zu haben, sagt etwas zu, das er noch nicht wissen kann.

Wir schauen uns das kostenlos an und sagen Ihnen ehrlich, was in Ihrer Wohnung möglich ist – auch dann, wenn die Antwort eine andere ist als die erhoffte.